Das reduzierte DDR-Bild im Museum

Die DDR im Museum, das heißt momentan vor allem Reduktion: Entweder als verklärte Vergangenheit oder als Schurkenstaat. Eine seriöse Aufarbeitung der DDR-Geschichte sei so nicht möglich, so Wolfgang Benz, ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Benz schreibt zu den musealen Darstellungen:

In den meisten musealen Inszenierungen erscheint die DDR, je nach Intention, als Gefängnis, als militärischer Technikpark, als Konsumstrecke armer Leute, als Landschaft seltsamen Verkehrsgeschehens, als untergegangene Lebenswelt, an die nostalgische Annäherung leichtfällt. Reflektierter Umgang mit den Gründungsmythen und Rechtfertigungsstrategien, mit Ideologie und Zielen der Deutschen Demokratischen Republik als Gegenentwurf zur Bundesrepublik Deutschland findet in den musealen Anstrengungen und Einrichtungen nicht statt.

Kommentar verfassen