Homepage: Migration in die DDR (und BRD) 3

die homepage Migration in die DDR (und BRD) — Interdependente Machtverhältnisse sichtbar machen versammelt studentische arbeiten zum thema migration in die ddr und kontinuitäten dieser migration in deutschland heute. sie entstand im rahmen eines seminars in den gender studies an der HU berlin.

ein ausgangspunkt des seminars war die beobachtung, dass „Migrationsgeschichte anhand von Daten und Politiken in der Bundesrepublik Deutschland erzählt“ wird und migration in die ddr und deren spuren und nachwirkungen im heutigen deutschland oftmals gänzlich ausgeblendet wird.

ich selbst habe in meinem studium erlebt, wie das thema „migration nach deutschland seit 1945“ abgehandelt wurde ohne auch nur ein einziges mal migration in die ddr, spezifische migrationspolitiken in der „wendezeit“ oder ddr‐migrant_innen nach 1989/90 zu thematisieren.

dass zu diesem thema dennoch gar nicht wenig veröffentlicht wurde, verdeutlicht die ausführliche Online‐Bibliographie der seite.

Sonnenallee auf YouTube 1

Sonnenallee war 1999 (zumindest in meiner Erinnerung) der erste große publikumswirksame Film, der das Leben der DDR‐1970er zeigte, dabei die Macht des Staates nicht vergaß und auch einige Seitenhiebe auf die Westsicht abfeuerte („Huhu Ossi, mach mal Winkewinke!“).

Nach Good Bye, Lenin! (2003) und Das Leben der Anderen (2006) wird „Sonnenallee“ aber oft nicht mehr erwähnt, wenn es um die Darstellung der DDR im Spielfilm geht. Vielleicht, weil es den Alltag zeigt und damit nicht den typischen Gestaltungsmerkmalen eines DDR‐Films entspricht?

Wer das überprüfen möchte, kann dies jetzt online und ganz legal tun: Sonnenallee wird vom Filmverleih Delphi auf YouTube bereitgestellt.

Ehemaliger Britischer Botschafter über die Deutsche Einheit

Eine außenstehende Perspektive bringt immer neue Erkenntnisse und vielleicht auch diese: Sir Christopher Mallaby, Britischer Botschafter 1988 – 1992 in Bonn, wird seinen Blick auf die Deutsche Einheit schildern:

Montag, 7. November 2011 um 17 Uhr
Auditorium im Jacob‐und‐Wilhelm‐Grimm‐Zentrum
Geschwister‐Scholl‐Straße 1/3, 10117 Berlin

Durchgeführt wird die Veranstaltung vom Großbritannien‐Zentrum der Humboldt‐Universität zu Berlin. Um Anmeldung wird gebeten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

(K)eine Rückkehr: Hoyerswerda revisited

die rosa‐luxemburg‐stiftung lädt am dienstag, den 13. september 2011 um 19:30 uhr in den südblock (berlin, ubahnhof kottbusser tor) zur veranstaltung (K)eine Rückkehr: hoyerswerda revisited.

es werden unter anderem ein ehemaliger vertragsarbeiter und ein ehemaliger flüchtling sprechen, die beide 1991 in hoyerswerda gelebt haben und das pogrom auf das asylbewerberheim miterlebt haben.

20 Jahre nach den Angriffen kehren Manuell Nhacutou und Emmanuel Gärtner anlässlich des Jahrestags des Pogroms in die Stadt zurück, die ihr Leben entscheidend verändert hat. Bei der Podiumsdiskussion werden Manuell Nhacutou und Emmanuel Gärtner über ihre Erlebnisse im September 1991 sprechen – und über ihre Eindrücke von Hoyerswerda heute.

manuell nhacutou ist übrigens der protagonist des absolut sehenswerten dokumentarfilms „viele habe ich erkannt“ von 1992.

zum thema der ausblendung von migration in die ddr und ddr‐migrant_innen in der wendezeit schreibe ich dann ein anderes mal. versprochen!

veranstaltungsort: http://www.suedblock.org/wp/

Mauerblicke

Mauerblicke

„Die Sicht auf die Grenzmauer ist die Sicht des West‐Bürgers“, schreiben die Bauhistoriker Johannes Cramer und Tobias Rütenik in der Zeitung der Technischen Universität Berlin. Und tatsächlich ist auf den immer wiederkehrenden Bilder die Berliner Mauer farbig besprüht und Menschen stehen direkt davor. So sah die Mauer im Ostteil der Stadt nicht aus.

Wie sie aussah, das war für Cramer und sein Team nicht leicht nachzuvollziehen. Denn die Mauer ist bis zum Herbst 1990 abgetragen worden, wenig ist erhalten geblieben. So musste auf die gleiche Weise geforscht werden, wie es für antike oder mittelalterliche Stadtmauern üblich ist. Dabei wurde festgestellt, dass aus DDR‐Sicht bis zu 15 Hindernisse an der Grenzanlage überwunden werden mussten, um bis nach West‐Berlin zu gelangen. Weitere Erkenntnisse zu den Entscheidungsprozessen und zur Umsetzung legen die Wissenschaftler_innen nun vor:

Johannes Cramer, Tobias Rütenik, Philipp Speiser, Gabri van Tussenbroek, Peter Boeger:
Die Baugeschichte der Berliner Mauer
447 Seiten, Petersberg (Michael Imhof Verlag) 2011
69 Euro

Doch wie sah er nun aus, dieser östliche Blick auf die Mauer? Bislang waren kaum Aufnahmen bekannt, denn das Fotografieren der Anlage war verboten. Umso erstaunlicher nun eine Ausstellung in Berlin: 1500 protokollarische Fotos von DDR‐Soldaten aus den Jahren 1966 – 76 wurden vom Fotografen Arwed Messmer zu 340 Panoramen zusammengefügt. Die Literatin Annett Gröschner hat Protokollausschnitte von den jeweiligen Wachposten als Bildunterschrift hinzugefügt.

Die entstandenen Aufnahmen zeigen ein Bild der Mauer, das dem westlichen Blick bislang verschlossen war — eine weite Grenzanlage, an deren Ende erst die kahle Mauer zu sehen ist. Allerdings ist es absurd, dies als „andere Sicht“ zu bezeichnen — immerhin ist dies die Sicht des Landes, das die Mauer aufgestellt hatte. Bislang war lediglich die westliche Sicht medial präsent, nun also die eigentliche Sicht:

Aus anderer Sicht. Die frühe Berliner Mauer.
Unter den Linden 40, 6.8. — 3.10, täglich 10 — 20 Uhr.

(via Berliner Zeitung)

Doch: „noch nie gesehen“ und „bislang unbekannt“ ist dieser Blick auf die Mauer keinesfalls, auch wenn damit die wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten beworben werden. Die Menschen in Ost‐Berlin hatten ihn tagtäglich vor sich.

„Plan D“ — Was wäre wenn?

Vorstellungen, wie eine Welt heute in der DDR aussehen würde, hat es immer wieder gegeben. In den vergangenen Jahren gab es kleine Glossen und eine Satirezeitschrift hatte am Tag der Deutschen Einheit 2000 eine Spezialausgabe gebracht: Die BRD war der DDR beigetreteten, Egon Krenz lächelte vom Titelbild.

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50 Jahre Mauerbau — Veranstaltungen in Berlin

50 Jahre Mauerbau - Veranstaltungen in Berlin

Niemand hatte die Absicht: am 13. August 2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal. Und wie das so ist bei großen Jahrestagen, gibt es eine Menge Rahmenprogramm.

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