Hello, Lenin?

In Berlin wird derzeit um einen Kopf gestritten, um Lenins Kopf.

Aber der Reihe nach: 1970 wurde das Lenindenkmal im Osten Berlins aufgestellt. 1991 wurde es dann in 129 Segmente zerteilt und in einem Waldstück vergraben. Vor fünf Jahren schließlich wurde der Kopf für eine große Dauerausstellung über politische Denkmäler in Berlin eingeplant: „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ wird 2015 eröffnet. Lenins Kopf soll dort die Zeit von 1945 bis 1989 symbolisieren.

Doch nun macht der Berliner Senat einen Rückzieher: Geht nicht, denn das Denkmal geht nur als Ganzes. Und die Restaurierung kostet ja auch. Und überhaupt: Wir wissen gar nicht, wo der Kopf eigentlich liegt.

Unsinn, sagen etwa Alexander Koch, Präsident des Deutschen Historischen Museums und Andreas Nachama, Direktor der Topografie des Terrors. So meint Koch, mit dem Exponat könnte der gesellschaftlich‐politischen Bedeutung solcher Denkmäler in der DDR nachgegangen werden. Die aktuelle Diskussion zeigt aber: Die gesellschaftlich‐politische Bedeutung im aktuellen System ist mindestens genauso erhellend.