ost‐namen ausklammern? 2

in der zeit gab es kürzlich einen artikel zu

Ost‐Namen: Was soll das heißen? Namen wie Peggy oder Denny verraten mehr, als ihren Trägern lieb ist. Erfolgreich werden kann man damit trotzdem.

in den kommentaren zum artikel wurde schon einiges doofes und schlaues gesagt. unter anderem, dass der name kevin, der im artikel als „ost‐name“ genannt wird, doch eher kein „ost‐name“ sei — zumindest nicht in dem sinne, wie peggy und sandy „ost‐namen“ sind.

mir ist der kevin auch als falsch aufgefallen.

und ich denke am kevin offenbart sich, was das stigma von „ost‐namen“ unter anderem ausmacht: sie werden nicht nur als typische namen einer bestimmten DDR‐generation wahrgenommen und als solche abgewertet sondern zugleich auch als namen, die vermeintlich unterschicht anzeigen.

so gedacht, erklärt sich dann auch die blödsinnige behauptung, dass menschen, die sandy heißen, trotzdem beruflichen erfolg haben können. ost‐name = unterschicht = nicht erfolgreich… nun ja.

ich habe übrigens auch so einen „ost‐namen“, der allerdings im artikel nicht vorkommt. (vielleicht, weil mein name nicht als unterschicht eingelesen wird?) und ich überlege gelegentlich, ob mein gegenüber meinen namen als „ossi‐marker“ liest oder nicht und in welcher schublade ich dann lande. die frage:

Will ich über meine Identität sprechen – oder kann ich sie ausklammern?

stellt sich dann nämlich gar nicht erst. mein name zeigt meine herkunft an. (und das finde ich meistens ok.)