Aktuelle DDR‐Vergleiche #3 — IKEA

Ikea plant, eigene Stadtviertel in London und Hamburg und Berlin zu errichten. Silke Burmester bezeichnet diese Pläne in ihrer Kolumne auf spiegel.de als

DDR in bunt

und als

Ikea‐DDR

Ganz so blöd ist der Vergleich indes nicht: Das DDR‐Museum in Berlin inszeniert eine „typische“ Plattenbauwohnung mit entsprechender Schrankwand als Puppenstube — und erhält begeisterten Andrang, der den sozialistischen Einheitslook begutachtet. Über aktuelle Wohneinrichtungen indes ließen sich ähnliche Ausstellungen konzipieren — und der Ikea‐Katalog wäre bereits der  Ausstellungskatalog.

Und wir würden staunen ob des kapitalistischen Einheitslooks.

Aktuelle DDR‐Vergleiche #2 — Großbritannien

Great Britain ist nicht die DDR

heißt es bei stern.de in einem Artikel über die Olympischen Spiele 2012 und noch skurriler klingt die Erklärung im Artikel selbst:

„Leere Sitze sollen mit Militär gefüllt werden. Wir sind zur DDR geworden.“

So wird ein Twitter‐Beitrag zitiert. Im Original lautet er:

http://twitter.com/Old_Holborn/status/229525838725525504

Die DDR war ja auch berüchtigt dafür, Stadionplätze aufzufüllen, damit die Aufnahmen im Fernsehen gut aussehen …

Aktuelle DDR‐Vergleiche #1 — Träume

Die gesellschaftlich aufgezwungenen Vorstellungen vom „richtigen Leben“ und von der „richtigen Liebe“ können sich in diesem Vakuum zu einer persönlichen Ideologie aufblähen. Die davon Besessenen klammern sich an ihre Träume wie Erich Honecker an die Idee vom Sozialismus, während das Leben unter ihnen zusammenbricht.

 „Hoffen, warten, runterschlucken“, Zeit Online, 30.07.212

Vielen Dank an Mareen für den Hinweis!

Parodie und Wirklichkeit

„Cui bono, Chemnitz?“, ein ironischer Text auf den Satire‐Seiten der taz hat für eine hohe Resonanz von über 700 Kommentaren gesorgt. Kein Wunder, wird die Stadt doch mit Tschernobyl, Nordkorea und Stalingrad im Winter verglichen. Auch wird mit den Worten „kackbraun“ und „aschgrau“ kein schönes Farbklima angesprochen.

Dabei legt der Text wunderbar offen, wie Berichterstattung über den Osten in vielen Fällen funktioniert — das frischgebackene Blog „Negativpresse Ost“ hat die parodierten Denkmuster auseinander genommen. Ich freue mich auf weitere Beiträge!