Was wäre, wenn‘s West-Wahlen wären?

Da es hier in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist, begeben wir uns auf die Reise in eine Parallelwelt – und das gleich doppelt!

Zum einen ist einwende auf Twitter etwas aktiver, und deshalb gibt es hier unsere Tweets zum heutigen Wahlsonntag im Überblick. Zum anderen sind diese Tweets aus einer alternativen Perspektive geschrieben: Was wäre, wenn über Wahlen in Westdeutschland in der gleichen Logik berichtet würde wie über Wahlen in Ostdeutschland?

Und als Bonus gibt es ein paar Hintergründe zu den Tweets gleich dazu. Denn wir wissen ja: Lustiges wird noch erheiternder, wenn es erklärt wird!


Wenn in Ostdeutschland in mehr als einem Bundesland gewählt wird, sind es „Ost-Wahlen“ (beispielhaft: Berliner Morgenpost) Auch die „ostdeutsche Seele“ ist zu einem geflügelten Erkläransatz geworden (beispielhaft: Die Zeit). Die Darstellung des ostdeutschen Mannes war bei uns bereits Thema.


Die Partei „Die Linke“ wird die Frage nicht los, wieviel SED noch in ihr stecke (beispielhaft: Deutsche Welle).


Unerwartete Interviewgäste wissen immer wieder schlaue Dinge über Ostdeutschland zu sagen. Beispielhaft: Wolfgang Bosbach (Ex-Politiker), Günther Jauch (Moderator) und Christian Rach (Sternekoch).


Warum Ostdeutschland „anders“ wählt oder mehr Menschen hier rechts denken: Da gibt es viele mehr oder minder plausible Erkläransätze. Legendär ist etwa das gemeinsame Auf-die-Toilette gehen in den Kindergärten der DDR. Oder das fehlende Westfernsehen im „Tal der Ahnungslosen“.


Berichte über Ostdeutschland haben bisweilen den Charakter einer Auslandsreportage. So war der Deutschlandfunk etwa fassungslos in Halle an der Saale.


Auf Spiegel Online hat Jan Fleischhauer 2015 herausfordernd gefragt: „War die Wiedervereinigung ein Fehler?“


Die Initiative „Wir sind der Osten“ zeigt Menschen, die positiv für Deutschland stehen sollen.


Einen Riss zwischen Ost und West muss es geben, schließlich tragen ihn gleich zwei Bücher im Namen (Der Riss und Die Reise zum Riss). Und die Lebensleistung der Ostdeutschen ist immer wieder mal Thema (beispielhaft: Die Ost-Länderchefs fordern ebendiese Lebensleistungen zusammen mit mehr Respekt.)


Für Ostdeutsche werden immer wieder „Demokratiedefizite“ festgestellt (beispielhaft: RND). Dass Ostdeutsche Demokratie gut finden, aber Kritik an der bestehenden Form der Demokratie, wird allerdings nicht immer differenziert getrennt.


„So isser der Ossi“ war ein umstrittenes Titelbind des Spiegel. Und Bananen gab es natürlich nur im Westen.


Die Initiative „3te Generation Ost“ verweist auf die Umbrucherfahrung bzw. Transformationskompetenz der Ostdeutschen als Ressource.


Doch.

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