Aktuelle DDR‐Vergleiche #15 — Russland

Die Zeit interviewt Boris Reitschuster, Biograf von Wladimir Putin, und entlockt ihm folgende Feststellung:

Putin hat sich ein Russland gebaut, das sehr an die DDR erinnert – DDR plus Kapitalismus und Reisefreiheit.

Komisch. Und ich dachte immer, die DDR sei definiert durch fehlenden Kapitalismus und Reisefreiheit.

Danke an @SabineRennefanz für den Hinweis

Die real existierende DDR der BILD

„Doch wie sähe es heute östlich der Elbe aus, wenn die Mauer nicht gefallen wäre? BILD skizziert das Leben in einer DDR des Jahres 2013 – mit Handys, maroden Städten und einer immer noch herrschenden SED. Selbstverständlich alles Utopie.“

Die Bild‐Zeitung pfeift auf die reale Gegenwart und denkt sich lieber eine andere aus. Das nennt sich kontrafaktische Geschichte und ist das Gegenteil einer Zeitungsmeldung. Aber egal. Natürlich läuft alles schlecht, ein wenig tragikomisch und irgendwie ist das Land im Jahr 1978 hängengeblieben. Aber der Text ist auch ein wenig subversiv und versteckt auch Kritik an der BRD. Nämlich hier:

„Ohne die Wiedervereinigung stürzte die Bundesrepublik in eine tiefe Rezession, viele Betriebe mussten dicht machen.“

Da fragt man sich schon, warum es der DDR da eigentlich nicht besser ginge. Aber das wäre wohl zu viel der Utopie.

Krankheitsgrund: DDR‐Vergangenheit

Wann sind Menschen aus Ostdeutschland eigentlich vollwertig in die westliche Demokratie integriert? Sie sind es, wenn sie wieder zwischenmenschliche Bindungen aufbauen können.

Kein Scherz: Der Sachverständige Thomas S. soll mit seinen Gutachten bei gerichtlichen Sorgerechtsentscheidungen helfen. Sieht er Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsstörung bei den Erziehungsberechtigten, begründet er sie in verschiedenen Fällen auf diese Weise:

„die diktatorischen Gesellschaftsverhältnisse der früheren DDR […], in welcher Herr […] etwa vier Jahrzehnte aufwuchs […], dürften vor allem in bindungstechnischer Hinsicht deutliche Spuren bei diesem hinterlassen haben“

zitiert nach MDR exakt

Ein wenig viel Spekulation. Laut Psychologe Werner Leitner ist so eine Schlussfolgerung, aufbauend auf Mutmaßungen, nicht haltbar. Doch Gerichte folgen eben diesen Gedanken. Konsequent heißt das: Das Aufwachsen in der DDR ist ein pathologischer Umstand per se — das Leben in der Diktatur eine Krankheit mit Folgen. Ostdeutsche sind krank, weil sie Ostdeutsche sind.

In die gleiche Kerbe schlägt übrigens auch Psychotherapeut Hans Joachim Maaz, wenn er bei Ostdeutschen unterdrückte Gefühle und charakterliche Deformationen feststellt.

Danke an ШНАУЦЕ ВЕССИ auf Facebook für den Hinweis

Ossi, big in Japan

Verlassen wir doch einmal die heimatlichen Gefilde und schauen, wie im Ausland die Rolle eines Ostdeutschen besetzt wird. So hat die japanische Firma Konami im Februar 2013 das Videospiel „Metal Gear Rising: Revengeance“ für Playstation 3 und Xbox 360 veröffentlicht. Die Handlung ist im Jahr 2018 angesiedelt. Ein Charakter des Spiels ist Doktor Wilhelm Voigt, ein Kybernetik‐Experte — der aus der DDR stammt.

Diese Herkunft ist bemerkenswert: Wer hätte damit gerechnet, dass man in Japan auf die DDR Bezug nimmt? Und das in einem Medium, dass stark auf eine junge Zielgruppe fokussiert? Spannend sind auch die Charaktereigenschaften, mit denen diese Figur ausgestattet wurde:

  • dicker Akzent
  • ähnelt allen anderen deutschen Ärzten, die man als Klischee kennt
  • steigert sich in seine Arbeit
  • sympathisch
  • hat Humor
  • ist moralisch einwandfrei
  • riskiert sein Leben
  • maßgeblich daran beteiligt, zahlreiche Unschuldige zu retten

Ein Ossi als Held? Das geht auch nur, wenn man den Begriff „Jammer‐Ossi“ nicht kennt.

Ein Kessel bunter Vorurteile

Ach ja: So sicher wie Weihnachten kommt auch jedes Jahr der Tag der deutschen Einheit. Dieses Jahr beschenkt uns das Hohenloher Tagblatt (sic!) mit einer umfassenden Sammlung westdeutscher Klischees über den Osten. Oder um genau zu sein: Jugendliche aus dem Landkreis Hall sagen, was ihnen zu dem Thema einfällt und die Redaktion nickt zustimmend. Das reicht von der sächselnden Überschrift über eine Bildergalerie mit Sand‐ und Ampelmännchen hin zu Rechtsextremismus und Nacktbaden.

Schauense rein, greifense zu: Soviele Vorurteile gibt’s so bald nicht wieder! Jedenfalls nicht so unreflektiert!

Deshalb nur deren Auflistung und keine unserer üblichen Kommentierungen — es ist einfach zu spät, um anderen Menschen die Arbeit abzunehmen.

  • In den neuen Bundesländern machen weniger Schüler Abitur als in den alten Bundesländern
  • Ostdeutsche sind weniger demokratisiert und beteiligen sich weniger an der Politik
  • In den neuen Bundesländern sind Frauen jünger, wenn sie ihr erstes Kind bekommen
  • Immer mehr junge Menschen wandern aus den neuen in die alten Bundesländer ab
  • Im Osten gibt es viele Rechtsextreme
  • Jeder Zweite im Osten ist arbeitslos
  • In den neuen Bundesländern sprechen alle sächsisch
  • Viele Leute im Osten wohnen in Plattenbauten
  • Im Osten baden alle nackt
  • Viele der damaligen Modetrends werden heute wieder getragen, oft auch kombiniert mit verschiedenen Accessoires, die der heutigen Mode entsprechen
  • Schlager und Stimmungslieder waren den „Ossis“ wichtig. Außerdem Rock -, Jazz — und Blues
  • Berlins Ampelmännchen erobern die Welt

Wobei ich ja immer noch glaube, dass das eine schlecht gekennzeichnet Satire‐Seite sein muss.

Übrigens: Wer den 3. Oktober etwas intelligenter angehen möchte, findet im Tagesspiegel immerhin ein ganz neues Wort: Kostalgie! Sehr appetitanregend.

Ostloses Europa

Von einer Schublade in die nächste: Zunächst wirft Peer Steinbrück Angela Merkel fehlende Begeisterung für Europa vor. Geschenkt. Er tut dies allerdings mit einem äußerst westzentrierten Blick:

Die Tatsache, dass sie [Merkel] jedenfalls bis 1989/ 90 eine ganz andere persönliche und politische Sozialisation erlebt hat als die, die diese europäische Integration seit Anfang der 50er Jahre erlebt haben, […] das spielt in meinen Augen schon eine Rolle

Peer Steinbrück im Tagesspiegel, 04.08.2013

Der SPD‐Spitzenkandidat glaubt offenbar, er könne einen Wahlsieg erringen, wenn er sich gegen die ostdeutsche Bevölkerung wendet. Das ist Rhetorik eines kalten Kriegers: Die im Osten sind doch zurück geblieben. Nicht so günstig für die Umfragewerte, also wurde bei einer Wahlveranstaltung in Halle munter zurück gerudert. Steinbrück entdeckt nun auch ganz tolle Eigenschaften der Ostdeutschen:

Zupacken, zusammenhalten, Solidarität, Probleme gemeinsam meistern, sich nicht entmutigen lassen

Peer Steinbrück in Halle an der Saale, 10.08.2013

Bau auf, bau auf — wir sind das Volk — Solidarität! Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Und zu dieser differenzierten Einschätzung ist der Peer von ganz alleine gekommen? Wie gut, dass er da nicht auf alte SED‐Propaganda hereingefallen ist.

Jedenfalls hat Steinbrücks Ossi‐Wissen auch Kritik hervorgerufen. Bei SPD und Bündnis90/Grüne (Schwachsinn, dämlich, peinlich), aber natürlich auch in den Medien. So findet Katja Tichomirowa:

Europa in der jetzigen Form gäbe es nicht ohne die Osteuropäer

Berliner Zeitung, 11.08.2013

Und eine äußerst differenzierte Einschätzung kommt von FAZ‐Redakteur Matthias Wyssuwa:

Steinbrück rede über Ostdeutsche wie über Fremde, kritisiert Sachsens Ministerpräsident Tillich und benennt doch nicht den entscheidenden Fehler des SPD‐Kanzlerkandidaten: Dass der überhaupt noch pauschal über Ostdeutsche redet. Als gäbe es keine regionalen Unterschiede, keine eigenen Wege und Entscheidungen, als würde der Stempel „ostdeutsch“ noch immer alles erklären — oder entschuldigen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2013

Jetzt, eine Woche danach, interessiert das alles übrigens niemanden mehr. Schließlich stehen CDU und SPD kurz vor der -ähem‐ Wiedervereinigung.

Kinder und Filme gehen immer

Relativieren müsse man Behauptungen von Behörden‐Leiter Roland Jahn, wonach das Interesse an den Akten stetig wachse. Es wachse lediglich, wenn es viele Stasi‐Filme gebe und Kinder plötzlich die Akten ihrer Eltern einsehen könnten.

So wird Richard Schröder in der Berliner Zeitung zitiert. Er ist Vorsitzender des Beirats der Stasi‐Unterlagen‐Behörde. Im gleichen Atemzug stellte er auch das Amt des Bundesbeauftragten infrage: Zu herausgehoben sei es, unabhängig wie sonst nur die Regierung.

Hat die Behörde also mal wieder Probleme: Einfach die alte Werbeweisheit befolgen und irgendwas mit Kindern machen. Oder Filme.

Aktuelle DDR‐Vergleiche #12 — Bayreuth

Der in Ost‐Berlin geborene Frank Castorf inszeniert in Bayreuth den „Ring des Nibelungen“ als 17‐stündige Großproduktion. Und zugleich kritisiert er im Spiegel das Leitungsteam der Festspiele:

„Jeder von außen ist der Feind. Das ist pure DDR.“

Außerdem verglich er die Arbeit an der Aufführung mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Ob damit aber auch die TV‐Soap und die DDR gleichgesetzt werden können, wurde nicht geklärt.

Westdeutsche Relevanzkritieren

Malte Lehming ist Leitender Redakteur im Bereich Meinung beim Berliner „Tagesspiegel“. Dort befasst man sich seit den letzten „Enthüllungen“ über Angela Merkel über deutsch‐deutsche Befindlichkeiten. Lehmings Artikel „Einwanderer ohne Auswanderung“ fasst all seine Probleme bereits in der Überschrift zusammen. Er beginnt mit einem Witz, der kurz nach der Wiedervereinigung entstanden sein soll und in dem ein „Ossi‐Ehepaar“ und ein „Türke“ aufeinander treffen. Lehming erklärt den Witz so:

Aus der Sicht vieler Einwanderer, die in der Bundesrepublik schon seit Jahrzehnten gelebt hatten, waren die Ostdeutschen 1990 eine große Gruppe von Neueinwanderern. Das Ungewöhnliche an diesen Immigranten war nur, dass sie überwiegend gut Deutsch sprachen und ihre Heimathäuser nicht hatten verlassen müssen. Ansonsten benahm sich ein Stralsunder, der zum ersten Mal nach Köln kam, kaum anders als ein Grieche, Pole oder Spanier. Er fremdelte, staunte, fand sich nicht zurecht.

Das ist eine interessante Art, eine westdeutsche Sicht darzustellen: Sie gar nicht zu benennen und auf andere Bevölkerungsgruppen zu projizieren. Tatsächlich gewinnen Ostdeutsche in dieser Erzählform noch an Exotik, wenn sie zusammen mit ebenfalls als exotisch imaginierten Gruppen dargestellt werden. Westdeutsch, das bleibt auf diese Weise eine unsichtbare und doch allgegenwärtige Norm und Bezugsebene. Dass dies nicht ganz einfach ist, erkennt Lehming zumindest an:

Anders sah es für die Westdeutschen aus. Ihr Leben änderte sich so gut wie nicht. […] Dieser Unterschied hatte eine gravierende Folge. Er führte zu einer Asymmetrie in der Relevanz von Biografien und Vergangenheiten.

Doch bleibt es bei dieser Feststellung. Bereits im folgenden Absatz führt Lehming vor, auf welcher Seite dieser Asymmetrie er selbst steht — und was es bedeutet, die Relevanz von Biografien und Vergangenheiten anderer Menschen abzusprechen:

[D]er Gesamtkomplex DDR – von ZV‐Ausbildung über Sättigungsbeilage bis NVA – hatte seine Wirkungsmacht vor mehr als zwei Jahrzehnten unwiederbringlich verloren. Man kann ihn seitdem aus historischen, ethnologischen oder exotischen [sic!] Gründen studieren. Doch wirklich notwendig ist das zum Verständnis der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft nicht.

Damit irrt Lehming nun außerordentlich. Denn es ist ja insbesondere die Wirkungsmacht, die auch nach 1990 fortbesteht — ganz im Gegensatz zur ZV‐Ausbildung, Sättigungsbeilage oder NVA, die ja nun nicht mehr real existierten. In ostdeutschen Gruppen wird noch immer auf Erfahrungen in der DDR Bezug genommen, auf die Sprache und die Unterschiede zu heutigen Lebensumständen. Ein Verständnis der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft ist also erst dann möglich, wenn man diese Wirkungsmacht ernst nimmt. Zumindest dann, wenn man die „deutsche Gesellschaft“ als gesamtdeutsch begreift und nicht nur auf die ehemalige BRD verweisen möchte. Wenn schon eine homogene Gruppe konstruiert werden muss, dann richtig.

Lehming schreibt auch noch über eine interessante westdeutsche Perspektive:

Ob Euro‐Krise oder Pädophilie bei den Grünen, CSU‐Vetternwirtschaft oder der Drohnenskandal im Verteidigungsministerium: Fast kein aktuell relevantes Thema hat auch nur am Rande mit der DDR zu tun.

Wie sollte es auch? Immerhin existiert dieses Land seit über 20 Jahren nicht mehr. Ich möchte einmal behaupten, dass es da durchaus folgerichtig ist, dass es kaum ein „aktuell relevantes Thema“ gibt. Wobei es aber durchaus relevant ist, wer etwas zu einem Thema machen kann. Die Jugendjahre einer Kanzlerin erscheinen schon allein aufgrund ihrer politischen Position wichtig und auch wenn westdeutsche Pharmaunternehmen in der DDR forschen ließen, wird es zu einem Thema, denn: In jedem Fall gibt es einen Bezugspunkt aus westdeutscher Sicht — relevant sind ostdeutsche Themen also dann, wenn sie den Westen betreffen. Was andersherum bedeutet: Ohne westdeutschen Bezug haben es ostdeutsche Themen ungleich schwerer, zu einem „Thema“ zu werden. Also gehört zu werden. In den Medien aufzutauchen. Relevant zu sein.

Damit schließt sich der Kreis zum Fazit von Lehming, der ganz ähnlich feststellt:

Das ist vermutlich die nachhaltigste psychologische Folge der deutschen Einheitswerdung. Der Ossi erfährt, dass sich der Wessi kaum stärker für ihn interessiert als für andere Einwanderer. Deren Schicksale aber werden zumindest gelegentlich durch Integrationsgipfel und Islamkonferenzen aufgewertet.

Das ist eine durchaus wichtige Erkenntnis in sehr entlarvenden Worten. Denn Lehming scheint „Einwanderer“ als Gruppen zu verstehen, denen es in erster Linie darum geht, wahrgenommen und geliebt zu werden. Integrationsgipfel sollen aber — so kritisch man ihre politische Konstruktion auch sehen muss — gerade nicht darauf reduziert werden, „Schicksale aufzuwerten“. In ihnen soll es darum gehen, wie das Zusammenleben in einer Gesellschaft organisiert werden kann, zwischen dominanten Mehrheiten und Minderheiten. Es geht um handfeste gesellschaftliche Probleme.

Und es geht auch nicht darum, dass der Ossi — oder wie Lehming wohl meint: der Jammer‐Ossi — erkennt, dass sich der Wessi nicht für ihn interessiert. Es geht auch nicht darum, dass  westdeutsch sozialisierten Menschen die Geschichte, Erfahrungen und Werte ost‐ und gesamtdeutsch sozialisierter Menschen egal ist.

Es geht darum, dass Menschen mit westdeutscher Biographie trotzdem darüber schreiben und urteilen. Und kraft ihrer Deutungshoheit die Diskussion zu einem Thema bestimmen, von dem sie keine Ahnung haben.

Nichts Wissen im Westen über Merkel

Im Wahlkampf geschehen ja immer die interessantesten Dinge. Was sich nun aber um die Veröffentlichung der Merkel‐Biographie „Das erste Leben der Angela M.“ ereignet, lässt sich nur in einem Wort zusammenfassen: Unwissen.

Die westdeutsch sozialisierten Autoren Günther Lachmann und Ralf Georg Reuth haben dabei das Wunder vollbracht, die x‐te Biographie über die Bundeskanzlerin zu einem Thema in den Medien zu machen. Der Kniff: Sie stellen die Jahre Angela Merkels vor dem Mauerfall in den Mittelpunkt — die Mystik der DDR zieht offenbar noch immer.

Dabei offeriert die Lebensgeschichte nichts wirklich Neues, auch wenn die aufgeregten Medienstimmen anderes vermuten lassen. Dahinter steckt eben: Unwissen. Unwissen, dass die Kanzlerin bereits in dem 2004 erschienen Buch „Angela Merkel — Mein Weg. Ein Gespräch mit Hugo Müller‐Vogg“ darauf verwiesen hatte, dass das Thema FDJ Teil ihre Lebens sei:

„Das ist bekannt, da habe ich nichts zu verbergen.“ Sie sei Kulturbeauftragte der FDJ für ihre Gruppe an dem Institut gewesen: „Ich kann mich nicht erinnern, in irgendeiner Weise agitiert zu haben.“ Zugleich hatte sie betont, sie sei keine Widerstandskämpferin oder Bürgerrechtlerin gewesen.
(zitiert nach Märkische Allgemeine Zeitung)

Es zeugt aber auch von Unwissen darüber, wie die DDR funktioniert hat. Was dazu führt, dass der Focus seiner Leser_innenschaft eine Lehrstunde geben muss: „FDJ, FDGB und DSF: Wie die DDR die Massen organisierte“.
Und was dazu führt, dass Werner Schulz, Politiker von Bündnis90/Die Grünen*, Angela Merkel in einem Zeit‐Artikel verteidigt. Mitten im Wahlkampf.

Wie gesagt: Es geschehen interessante Dinge — insbesondere, wenn Westdeutschen die DDR erklärt werden muss.

 

* Auf der Seite der Zeit wird Werner Schulz als „Grüner“ bezeichnet. Damit wird der Anteil ostdeutscher Oppositioneller an der Partei marginalisiert, die am 14. Mai 1993 neugegründet wurde: Bündnis 90/Die Grünen.

Danke an Mareen für den Hinweis!