Die Suche der Zeitungen nach dem Osten

Bereits seit einiger Zeit fragen sich die großen westdeutschen Zeitungen, warum sie in den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern so selten gekauft werden. Daher gibt es einige Initiativen, die zeigen sollen: Hey, wir interessieren uns doch für euch im Osten! So betreibt die „Zeit“ das Projekt „Zeit im Osten“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ lässt unter dem Namen „Wostkinder“ bloggen. Alles schön und rüttelt nicht an den etablierten Inhalten und Strukturen.

Und die „Süddeutsche Zeitung“, die trotz ihres Namens bundesweit erscheint? Die präsentierte 2010 zu 20 Jahren deutscher Einheit die Reportagereihe „Unser Osten“. Wem das zu vereinnahmend klingt, darf sich freuen:
Im Leitartikel der heutigen Ausgabe geht es um den Andrang auf die Universitäten, eigentlich eine gesamtdeutsche Problematik. Doch Redakteur Johann Osel nimmt in „In der Bildungsbäckerei“ eindeutig Bezug auf „drüben“:

So bleiben Numerus‐clausus‐Opfern zwei Optionen: Man kann die Provinz entdecken lernen, oder die neuen Länder.

Hier sind sie wieder, das Wir und die Anderen. Wir die weltgewandten Großstädter, dort die Provinz. Wir Wessis. Ihr Ossis. Vielleicht lernen wir euch irgendwann einmal kennen.

Hm. Wieso werden diese Zeitungen eigentlich nicht so oft in den neueren Bundesländern gelesen?

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